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Einweihung der Weprowatzer Heimatstube am 8. November 2008 in Zirndorf
Da die Stadt Zirndorf den Raum der im Jahr 1994 eingerichteten Weprowatzer Heimatstube im Rathaus wieder für die Stadtverwaltung benötigte und neben den Donauschwaben auch die
ehemaligen Bewohner von Lichtenstadt und dem Egerland ebenfalls eine Heimatstube beantragten, hat die Stadt Zirndorf diesen Wünschen entsprochen und einen Umzug in ein Nebengebäude ermöglicht.
Eine gelungene Einweihung von gleich drei Heimatstuben fand am Samstag, 8. November 2008, im Erdgeschoss eines
Nebengebäudes des Rathauses (des früheren Sozialamtes) in Zirndorf statt. Nach dem Umbau wurde eine gute Lösung
gefunden. Die Heimatstuben von Weprowatz/Donauschwaben, von Lichtenstadt und von den Egerländern liegen
neben einander und sind über einen separaten Eingang zu erreichen. So können sich die Besucher alle drei
Heimatstuben anschauen. Zahlreiche Gäste, vor allem donauschwäbischer und sudetendeutscher Abstammung, hatten sich eingefunden.
Nach Frau Liel (Lichtenstadt) begrüßte Sepp Keßler vor allem die Altbürgermeister, Herrn Röschlein, der von Anfang an
sehr viel für die damaligen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen übrig hatte, und Herrn Kohl mit Gattin. Auch
Bürgermeister Zwingel und der Kulturamtsleiter Merz, der immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Donauschwaben
und Egerländer hatte, waren anwesend. Seinen Dank sprach Sepp Keßler der Stadt Zirndorf und ihrem Bauamt aus,
die stets hilfsbereit gewesen und nach ihren Möglichkeiten geholfen hätten. Die Ehepaare Ewinger und Fischer sowie
Hans Bohner von den Donauschwaben Zirndorf-Oberasbach hätten ihm beim Einräumen tatkräftig geholfen. Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle.
In ihren Grußworten brachten die Altbürgermeister zum Ausdruck, dass „Heimat der schönste Fleck auf der Welt“ sei,
wie ein Dichter formulierte. Deshalb suchten die Heimatvertriebenen in Zirndorf einen geistigen Mittelpunkt, wo sie
neben Heimattreffen, Heimatarchiven vor allem in der Einrichtung von Heimatstuben die Erinnerung an die alte Heimat
wach halten und pflegen konnten. Durch den zweiten Weltkrieg im vergangenen Jahrhundert wurde ganz Europa
durcheinandergewirbelt, viele Menschen haben ihre Heimat verloren. Diese wollten ihre Heimat nicht nur im Gedächtnis
behalten, sondern durch reale Dinge ihre kulturelle Identität bewahren. Zirndorf sei ein Kristallisationspunkt von
Donauschwaben und Egerländern gewesen. Die Stadt Zirndorf hat aus Verbundenheit mit diesen Menschen, die am
Ende des Krieges viel Leid ertragen mussten, und als Dank für die geleistete Arbeit für den Wiederaufbau einer
lebenswerten Bundesrepublik, die Einrichtung von Heimatstuben ermöglicht. Mögen sich solche Ereignisse niemals wiederholen! Bürgermeister Zwinger wünschte Glückauf und keine weiteren Umzüge mehr.
Ein Rundgang durch die liebevoll eingerichteten Heimatstuben schloss sich an.
Die Donauschwaben versorgten die Gäste mit selbst hergestellten köstlichen Bratwürsten mit Meerrettich und Brot. Die Stadt Zirndorf hatte Brezeln, belegte Brötchen und Getränke angeboten.
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Die Heimatstube Weprowatz wurde erstmals am 21. Mai 1994 mit einem Festgottesdienst in der Sankt Josefs Kirche in Zirndorf eingeweiht. Die Übergabe der Heimatstube im Zirndorfer Rathaus, wo die Heimatstube auch anfangs
untergebracht war, erfolgte durch den Bürgermeister der Stadt Zirndorf, Herrn Gert Kohl.
Die Feier mit den Gästen aus Batsch, der Landsmannschaft der Donauschwaben Zirndorf-Oberasbach und den
Weprowatzern fand im Sitzungssaal des Rathauses statt. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der
Stadtjugendkapelle Zirndorf mit Werken von Haydn, Bizet und Graham Lyon. Nach der Begrüßung der Gäste durch den
Vorstand, hielt der Bürgermeister der Stadt Zirndorf, Herr Gert Kohl, die Festrede. Bürgermeister Kohl erwähnte die
Schwierigkeiten eines Kulturkreises, der räumlich getrennt von seinen Wurzeln lebt. Das Weiterbestehen, ständig mit
der eigenen Geschichte Kontakt zu haben und entscheidenden Einfluss zu nehmen auf das Besinnen unserer Herkunft,
sei schwierig zu verstehen. Es käme leicht die Meinung auf, dass krampfhaft an etwas festgehalten werde, was nicht
mehr existiere. Der Bürgermeister bestätigte der Landsmannschaft und den Weprowatzern die erfolgreiche Einrichtung
der Heimatstube mit den Worten „Sie haben mit der Einrichtung einer Donauschwäbischen Weprowatzer Heimatstube
die Möglichkeit geschaffen, sowohl dem eigenen Kreis wie auch wir wie Sie einstmals der Spielball der Weltgeschichte
waren, mit dem Brauchtum ihrer Heimatgemeinde sich zu befassen und damit auseinanderzusetzen. Die Stadt Zirndorf
hat erfreulicherweise die Möglichkeit gehabt, Ihnen dafür einen Raum zur Verfügung zu stellen.“ Herr Kohl wünschte,
im Namen der Zirndorfer Bürger, dass die Heimatstube zum Verständnis für die Tradition der Weprowatzer und die der Donauschwaben beiträgt.
Nach vielen Jahren der Eingewöhnung, Integrationen, Existenzaufbau unserer Landsleute in
der neuen Heimat mussten die Donauschwaben feststellen, dass die Erlebnisgeneration von Jahr zu Jahr geringer wird und die Erinnerung an die alte Heimat allmählich verloren geht!
Mit dem Gedanken eine bleibende Erinnerungsstelle zu schaffen, um das noch Vorhandene zu bewahren und an die Nachfolgegeneration weiter zu geben, beschloss die
Heimatortsgemeinschaft Weprowatz eine bleibende Erinnerung zu planen. 1991-1992 wurden mit der Stadt Zirndorf wegen eines Raumes für die Heimatstube Gespräche geführt.
Ein paar Monate später kam die Zusage über den Raum im Rathaus Erdgeschoss Zimmer Nr. 13. 1992 wurde ein Vertrag gemacht und wir konnten mit den Vorbereitungen, dem
Aufbauen der Vitrinen um die gesamten Exponate unterzubringen, beginnen. Leider ist die Stube jetzt schon zu klein! Die Weprowatzer Heimatortsgemeinschaft möchte sich herzlich
bei der Stadt Zirndorf für den Raum und bei allen Weprowatzern, die Mithilfe geleistet haben, für die Exponate bedanken.
Mit dieser Heimatstube soll die Erinnerung an unser „Weprowatz“ und an das Leben und Wirken der Menschen in Weprowatz festgehalten werden.
Stand und Inhalt der Heimatstube Die Einladung zum Besuch unserer Weprowatzer Heimatstube wurde von der Zirndorfer und Oberasbacher Bevölkerung
gut angenommen. Es kamen zahlreiche Besucher. Die Zahl der Exponate beläuft sich auf etwa 380 Stück. Dargestellt
ist die Hanfindustrie in Miniatur und Original, sowie Trachten aus den 30er Jahren und Gegenstände für den täglichen
Gebrauch. Außerdem ein Bauernhof in Miniatur, Haushaltsgeschirr, Bücher, Dokumente, Zeugnisse, alte Messbücher und vieles mehr.
Öffnungszeiten der Heimatstube Die Heimatstube ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14.00 - 16.00 Uhr geöffnet
und nach Vereinbarung mit Sepp Keßler, Vestnerstraße 29, 90513 Zirndorf, Tel.: 0911/605783, Fax.: 0911/60046812. Die Stube ist im Juli, August und September geschlossen.
Sepp Keßler freut sich auf zahlreichen Besuch! Anruf genügt.
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